Erich Kästner Museum  
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Presseartikel

Sächsische Zeitung, 14.07.2000

 

Bürger lassen Kästner - Museum wachsen
(Dresdner Neueste Nachrichten, 30.November 2000)


 

Kleiner Dresdner Junge auf der Gartenmauer

Nach viereinhalb Monaten schon über 4000 Besucher
im Kästner-Museum


Das hätte sich der kleine Junge auf der Gartenmauer am Albertplatz nicht träumen lassen. Gleich hinter der Plastik, die dem jungen Erich Kästner an seinem Lieblingsplatz zeigt, ist das weltweit erste mobile "Interaktive Kleinmuseum" zu Ehren des weltbekannten Dresdner Schriftstellers in seiner Heimatstadt entstanden. Kästner wäre davon sicher begeistert.
Vor allem weil hier auf dem ehemaligen Grundstück seines Onkels in der neuerbauten "Villa Augustin" ein moderner, lebendiger Ort der Erinnerung und der Begegnung wächst. Und weil das Projekt Dresdner Bürger anschoben, die den "Förderverein für das Erich Kästner Museum" e.V. gründeten. Sein zu Hause fand er im Gebäude der sehr entgegenkommenden Deutschen Krankenversicherung (DKV).
Ohne staatliche Mittel, dafür mit viel persönlichen Engagement, ganzem Herzen und Sponsorenhilfe wurde das Museum zum 101. Geburtstag Erich Kästners im Februar diesen Jahres eröffnet. Seitdem begrüßt der Förderverein 4200 Besucher aus aller Welt, darunter 20 Schulklassen, in dem als multimediale, begehbare "Schatzkiste" eingerichteten Kleinmuseum.
Es gab hier bereits sehr gut besuchte Veranstaltungen der Seniorenakademie, sieben Leseabende mit dem Dresdner Literaturbüro. In der Museumssommernacht erlebten im Kästner-Museum 150 Zuhörer den Kabarettisten Theo Richtsteiger und den Musiker Frank Fröhlich. In einer Begegnungsreihe stellten sich bisher neun zeitgenössische Dresdner Autoren vor. Im Juli und August folgen die Dichter Holger Oertel und Rosenlöcher.

Anzug, Hut und Schreibmaschine

Im maßgeschneiderten Museumsraum nach Entwürfen Ruairi O´ Brien sind bereits zahlreiche Schenkungen und Leihgaben zu sehen, wie ein Anzug, Hut und Schreibmaschine Kästners, Bücher, Fotos und Briefe. Zudem kann der Museumsgast dank der Firma Gigabell mit der Kästner- Gemeinde weltweit übers Internet kommunizieren. "Das Museum verknüpft Tradition und Moderne, virtuelle und reale Welten und Erlebnisse. Dabei kann jeder Besucher spielerisch und interaktiv seinen eigenen Zugang zu Leben und Werk Kästners finden", sagte O´ Brien gestern bei einem Presserundgang durchs Museum. "Wir wollen kein Allerweltsmuseum, wo der erste Babyschuh und die letzte Whiskeyflasche Kästners zu sehen ist. Sondern wir versuchen Architektur, Kunst und Bildung mit dem Werk Kästners zu verbunden", ergänzte Dieter Hoefer, Vorsitzender des Fachbeirates im Kästner-Museum.
Je nach Zeit und Neugier können Kinder und Erwachsene das Innenleben der frei im Raum beweglichen Säulen mit ihren Schubladen und Vitrinen Schritt für Schritt erobern. Ab Herbst entwickelt O´ Brien mit TU-Studenten den Prototyp eines virtuellen Museums. Mitte Oktober sollen die ersten drei von 13 interaktiven Säulen stehen, die bei den Deutschen Werkstätten Hellerau gefertigt werden - dort kaufte Kästner einst seine Möbel. Weitere Sponsoren werden noch gesucht. "Wir denken dabei vor allem an den Dresdner Mittelstand", hofft Dieter Hoefer vom Förderverein auf Unterstützung.
Die Besucher des Kästner-Museums hätten bereits 3500 Mark gespendet. Auch die Bürgerstiftung Dresden sammelte fleißig Geld für das Museum.

Öffnungszeiten:
Sonntag bis Dienstag jeweils von 10-18 Uhr,
Mittwoch bis 20 Uhr.

 




Dresdner Neueste Nachrichten, 30. November 2000

Bürger lassen Kästner-Museum wachsen

Erste vier Säulen von Sponsoren und Besuchern gespendet

Die Ausstattung des Erich-Kästner-Museums in der Villa Augustin wächst. Zum Kern, eine Regalkonstruktion aus Holz , sind jetzt die ersten drei Museumssäulen mit mehreren Schubfächern für
Ausstellungsstücke hinzugekommen. „Die Kosten dafür haben  zwei  Privatsponsoren und die Landesstelle für Museumswesen in Chemnitz übernommen“, sagt Andrea O’Brien vom Vorstand des
Museumsvereins. Jede dieser Säulen kostet rund 7500 Mark. Eine vierte Säule soll zu Weihnachten aufgestellte werden. Sie ist aus Spenden der rund 6000 Besucher bezahlt worden, die die
Ausstellung seit der Eröffnung am 23. Februar gesehen haben. Für den Architekten Ruairi O’Brien, der das Konzept des „mobilen, interaktiven Kleinmuseums“ entworfen hat, entspricht das genau
dem Anliegen: „Wir realisieren damit bürgerschaftliches Engagement.“
Baukastenartig soll das Kleinmuseum auf 13 Säulen anwachsen. Die Schubkästen darin haben vier verschiedene Farben. Jede symbolisiert einen inhaltlichen Schwerpunkt: Erich Kästner und Sachsen,
Kästner und die Medien, Kästner – ein Mann zwischen den Stühlen, Kästner und die Kinder.
„Wir hoffen, dass wir spätestens bis Ende des kommenden Jahres alle Säulen zusammen haben“, sagt Andrea O’Brien. Weiter wachsen könne das Projekt indes nur, wenn das Interesse und die
Spendenfreudigkeit weiterhin so groß bleiben.
Zuletzt hat das Museum zahlreiche Schenkungen erhalten, darunter Kästner-Erstausgaben, das „Doppelte Lottchen“ als Album mit Sammelbildern sowie Fotos. „Wir suchen auch Objekte, die die
Zeit Kästners anschaulich machen“, sagt Andrea O’Brien.
Mit Falk Aichinger ist jetzt der Vertriebsdirektor Ost der Deutschen Krankenversicherung (DKV) in den Museumsvorstand eingetreten. Das Unternehmen ist Eigentümer der Villa Augustin und
stellt dem Museum die Räume zur Verfügung. „Wir zeigen damit noch deutlicher unsere Bereitschaft, das Museum zu unterstützen, so Aichinger. Für Ruairi O’Brien setzt das Museum damit ein
Signal, „dass Kultur und Wirtschaft zusammengehören“.
Nächste Veranstaltungen im Kästner-Museum sind  die Vorstellung des neuen Bildbandes „Die Elbe“ morgen, 19.30 Uhr. Am 7. Dezember gibt es einen „Balladenabend“ mit einer Gruppe der
Seniorenakademie, am 9. Dezmeber Puppentheater für Kinder unter dem Titel „Der Froschkönig –Die wahre Geschichte?“. Zur „Nacht der Autoren“ lädt das Museum am 14. Dezember ein.
Die Veranstaltungen im kommenden Jahr wollen verschiedene Facetten eines Kästnerbildes vermitteln und das Museum zugleich zu einem Ort der Begegnung zwischen Fachwelt, Künstlern, Bürgern
und Institutionen machen. So ist im Januar eine Diskusiion zur Kästner-Rezeption geplant. Mit Vorträgen und Lesungen soll im Februar des 102. Geburtstages Kästners gedacht werden.

Tomas Gärtner

 

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