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Kommunik@estner – Von der Brieffreundschaft zur Weltvernetzung

Kabinettausstellung 2017

Entdeckerfreude, Mobilität und soziale Interaktion gehören zum Wesen des Menschen. Das für die Ausstellung Thema gebende Piktogramm Flaschenpost des Museumsarchitekten Ruairí O´Brien zitiert den menschlichen Erfindergeist, in kleinstem Maßstab über Raum- und Zeitgrenzen hinweg kommunizieren zu können. Die Faszination für den technologischen Fortschritt ist eine unaufhaltsame, wenngleich nicht immer positiv zu bewertende Folge dieser Grundbeschaffenheit. Erich Kästner, Jahrgang 1899, wurde Zeuge und Handelnder in einem Jahrhundert voller Kontinuitätsbrüche und Gewalt. Dieses Gefangensein in einer Epoche der Katastrophen prägte Kästners Entwicklung als politischer Intellektueller und als Autor.

Nahezu Zeit seines Lebens war er ein vielseitiger Kommunikator. Er hinterließ ein breites Repertoire an Briefen, in denen es durchaus neue Ansichten der Person Erich Kästner zu entdecken gibt. Als Journalist und Autor von Gebrauchsliteratur setzte Kästner gekonnt Paratexte aller Couleur ein, um seinen Lesern eine barrierefreie Lektüre zu ermöglichen und sich poetologisch im literarischen Feld zu positionieren. Viele seiner Werke entstanden in belebten Cafés, die er benutzte, wie andere Leute ein Büro. Kästner war in allen literarischen Genres zu Hause und erprobte die medialen Möglichkeiten seiner Zeit, wie kaum ein anderer Autor. Hochprofessionell vermittelte er auf diese Weise die eigenen Texte und Botschaften, aber auch Schlüsselwerke geschätzter Kollegen, einige übersetzte er aus dem Englischen. Eine besondere Adressatengruppe Erich Kästners waren die Kinder. Für sie und mit ihnen wollte er eine bessere Welt gestalten. Dabei war der Großstädter Kästner zeitlebens fasziniert von all den technischen Neuerungen des modernen Lebens. Reklame, Verkehr, Telefon, Radio und Film, später das Fernsehen, sind wie bei keinem anderen Kinderbuchautor seiner Zeit konstitutiv für seine Geschichten. Was der Schöpfer von „Elektropolis“, der automatischen Stadt aus „Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee“, wohl zu den sozialen Netzwerken, zu Big Data und dem Internet der Dinge zu sagen hätte? Vermutlich würde er mit Neugierde und Wachsamkeit auf die fortschreitende Digitalisierung unserer Lebenswelt blicken, einen Twitter Account besitzen und wahrscheinlich auch ein iPad.

Während das Modul „Lotte“ also die Vielseitigkeit Erich Kästners als Kommunikator beleuchtet, präsentiert „Luise“ einen Einblick in die Entwicklungsgeschichte der technologiebasierten Interaktion zwischen Sender und Empfänger. Anhand eines Zeitstrahls werden Medienerfindungen vorgestellt, die das geistig-kulturelle und soziale Leben der vergangenen zwei Jahrhunderte geprägt haben. Grundprinzipien von sprach- und bildbasierter Informationsvermittlung, wie sie an schulischen und außerschulischen Lernorten, insbesondere Museen, eingesetzt werden, sind ebenso Gegenstand der Ausstellung wie der Umgang mit Massenmedien. Ein weiterer Fokus liegt auf der zunehmenden Digitalisierung, die seit Anfang dieses Jahrhunderts alle Lebens-, Arbeits- und Lernbereiche durchdringt, in denen der Kommunikation eine Schlüsselrolle zukommt.

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