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2014: „Vom letzten Kapitel-Erich Kästner und der Tod"

 

„Wenn es also auch die Toten nicht mehr gibt, und auch Gespenster nicht, und weder Himmel noch Hölle noch das Fegefeuer, und keine Totenrichter, weder die drei im Hades noch jenen Christus am Jüngsten Tag, so leben wir doch alle in einer Welt, welche die Toten geschaffen haben, und die sie uns hinterlassen haben, den Erben der Toten.“

(aus Hermann Kestens Grabrede auf Erich Kästner)

 

 

Im Jahr 2014 jährte sich Erich Kästners Todestag zum 40. Mal. Am 29. Juli 1974 verstarb der Dresdner Dichter und Autor im Alter von 75 Jahren in seiner Wahlheimat München.

Erich Kästner konnte auf ein langes und bewegtes Leben zurückblicken. Geboren 1899 unter dem letzten deutschen Kaiser, endete seine Kindheit mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914. Höhen und Tiefen der Weimarer Republik erlebte er in Leipzig und Berlin, in der Hauptstadt auch die Schrecken des Nationalsozialismus, Kästner sah seine Bücher auf den Straßen in Flammen aufgehen. Nach 1945 dann der Neuanfang in München, wo er bis zu seinem Tod arbeitete und lebte. In seinem Leben war es zuletzt recht einsam geworden. Es blieb ihm verwehrt, seine Hoffnungen auf gegenseitige Annäherung und Austausch nicht nur in kultureller, sondern auch in politischer Hinsicht erfüllt zu sehen. Daher kann seine Resignation und Enttäuschung in den letzten Jahren angesichts von Kaltem Krieg und atomarer Aufrüstung nur allzu leicht nachvollzogen werden.

Die Kabinettausstellung und das Begleitprogramm von 2014 rückten „das letzte Kapitel“ auf literarischer wie physischer Ebene in den Fokus. Wie gehen wir heute mit dem Tod um, welchen Stellenwert räumen wir dem Alter in unserer Gesellschaft ein, die so sehr der Jugend huldigt? Werden wir eines Tages unsterblich sein und hat der Tod vielleicht sogar seine heiteren Seiten?

Der Übergang zwischen Leben und Tod hat die Menschen seit jeher fasziniert und beschäftigt. Ihre Hoffnungen und Ängste finden sich im Symbol der Pyramide wieder. Waren diese imposanten Bauwerke doch einzig geschaffen worden, um einem toten König den Weg ins Jenseits zu bereiten. Anfrang und Ende der menschlichen Existenz waren und sind ganz besondere Lebensstationen, bis heute mit vielfältigen mythischen Vorstellungen behaftet. 

Auch Erich Kästner verwendete auf den Anfang und das Ende seiner Werke besondere Sorgfalt. Bekanntlich liebte er Vorworte. Nie erschien eines seiner Bücher ohne, denn „ein Vorwort ist für ein Buch so wichtig und hübsch wie der Vorgarten für ein Haus“. Mit der gleichen Akribie widmete er sich übrigens auch den Nachworten, er wollte seine Gäste vor dem Abschied noch persönlich zur Tür geleiten. Es ging in dieser Präsentation also auch um die buchstäblich letzten Kapitel bei Erich Kästner, in seinem Werk und in seinem Leben. Wie wird bei Erich Kästner literarisch gelebt und gestorben, wie war sein Blick auf die Endlichkeit des menschlichen Daseins angesichts zweier miterlebter Weltkriege und einer Existenz, die er im Zeichen des Militarismus der Kaiserzeit begann und als überzeugter Pazifist und Bürger Europas beendete?

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