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2013: "Erich Kästner - Ein Bürger Europas"

„Am 1. August 1914, mitten im Ferienglück, befahl der deutsche Kaiser die Mobilmachung. das Schicksal trat mit dem Stiefel in den Ameisenhaufen Europa. Der Weltkrieg hatte begonnen, und meine Kindheit war zu Ende.“

 

Erich Kästner wuchs in einer untergehenden Epoche auf. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges endete das „lange 19. Jahrhundert“, das Zeitalter der Bürgerlichkeit, das so hoffnungsfroh mit der Aufklärung gestartet war. Der junge Erich Kästner tauschte die Schulbank mit dem Seminarraum und später mit dem Kasernenhof. Diese Erlebnisse prägten ihn für sein Leben.

 

1914 war daher nicht nur ein bedeutendes Jahr für Erich Kästner, es war auch eine Zäsur für Europa.

 

Zurück lagen Jahrzehnte der europäischen Annäherung und des Auseinanderdriftens, erbitterter Kriege und zäh ausgehandelter Friedensbündnisse.

 

„Alles begann mit Napoleon.“ Auf diese Formel heruntergebrochen mag das Ringen der europäischen Großmächte um ein friedliches und stabiles Europa des Ausgleichs und der gleichen Augenhöhe stehen. Was mit dem Wiener Kongress 1814/15 begann, setzte sich fort mit dem Völkerbund 1920, der Paneuropa-Union 1923, Europäischem Bund 1934 noch vor dem Zweiten Weltkrieg. Nach 1945 musste Europa sich wieder neu ordnen, Montanunion 1951 und Europäische Wirtschaftsgemeinschaft 1957 waren wichtige Meilensteine europäischer Integration. Die Europäische Politische  Zusammenarbeit  (EPZ) 1970-1992 führte letztendlich zum Vertrag von Maastricht im Februar 1992 und damit zur Gründung der Europäischen Union mit 12  Mitgliedsstaaten. Heute, im Jahr 2013 feierten wir nicht nur das Europäische Jahr der Bürgerinnen und Bürger, sondern die EU bestand auch bereits aus 28 Mitgliedstaaten und war wiederum in einem schwierigen Prozess der inneren und äußeren Identitätsfindung.

 

Die Kabinettausstellung von 2013 wollte den Bogen schlagen von den Anfängen Europas bis zur EU heute. Als orientierende Wegmarken fungieren die Jahre 1813 - mit den vereinten Bemühungen der europäischen Großmächte Napoleons Griff auf die Hegemonie Europas zu verhindern, gipfelnd in der Völkerschlacht bei Leipzig – 1913 – mit dem Blick auf Europa am Vorabend des Ersten Weltkriegs 100 Jahre später – und 2013 – mit einer Europäischen Union, mitten in der Wirtschafts- und Schuldenkrise.

 

Erich Kästner wurde geprägt und abgeschreckt vom Militarismus der Kaiserzeit, er war ein Bürger Europas, wandte sich bis ins hohe Alter gegen Krieg, Aufrüstung und Eroberung, setzte sich stattdessen für Annäherung und Austausch ein – nicht nur, aber immer auch im Bereich der Kultur.

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